slide 1

Radfahren in der Stadt Bitburg

Deutschland erfährt derzeit einen Fahrrad - Boom. Immer mehr Menschen steigen um auf E-Bike oder konventionelles Rad.

Leider sind in Bitburg, wie auch in vielen anderen Städten Deutschlands, die Verkehrswege immer noch vor allem für die Belange der Autofahrer konzipiert.

Sicheres Radfahren beansprucht Platz im Straßenverkehr. Was fehlt ist unter anderem die passende Infrastruktur in Verbindung mit einer weitreichenden Radverkehrsplanung und damit einem flächendeckenden Radwegenetz.

Der Weg durch Bitburg führt nur stückweise über Radwege, immer wieder müssen Radler auf die Straße ausweichen. Radwege brechen unmittelbar ab oder werden von Kraftfahrern nicht respektiert. Es mangelt an Schildern und es gibt zu wenige Abstellmöglichkeiten für die Fahrräder. Ein weiteres Problem sind die Kreuzungen, an denen Radfahrer gern übersehen werden. Am rechten Straßenrand parkende Autos, die einen Begegnungsverkehr Auto-Rad erschweren und oft auch gefährden.

Überholende PKW´s mit nur wenigen Zentimetern Abstand zum Lenker bergen einiges an Adrenalinpotenzial.

Eine Studie des ADAC hat ergeben, dass Deutschland in Sachen Fahrradverkehr Entwicklungsland ist. Das Fazit der Tester ist ernüchternd. Die Bedingungen für Radfahrer sind miserabel, keine der getesteten Städte kommt in der Gesamtwertung über ein „durchschnittlich“ hinaus.

Nur 10 bis 15 Schüler der Otto-Hahn-Realschule plus nehmen das Rad. Viele Eltern lassen ihre Kinder nicht mit dem Rad zur Schule fahren, weil es zu gefährlich ist. Wissenschaftler und Bürger selbst in Umfragen sagen, wenn sie sich sicherer fühlten, würden auch mehr Menschen aufs Rad umsteigen. Es geht auch anders. In Münster oder Amsterdam sind mehr Räder als Autos in den Straßen unterwegs.

Dies sollte auch für die Stadt Bitburg ein Anreiz sein, Radfahren attraktiver und sicherer zu machen. Wie man das erreichen kann, ist in folgendem Ideenkatalog zusammengetragen:

  1. Erstellen einer Radverkehrsplanung mit einem flächendeckenden Radwegenetz.
  2. Berufung eines Mitarbeiters der Stadtverwaltung zum Fahrradbeauftragten.
  3. Kreuzungen sicherer zu machen.
  4. Erstellen eines Gefahrenatlanten, der zeigt, wo Radfahrer in Bitburg am unsichersten unterwegs sind.
  5. Öffnung von Einbahnstraßen für Radfahrer in Gegenrichtung zur Verdichtung des Radverkehrsnetzes.
  6. Erstellen eines Fahrrad - Stadtplanes.
  7. Ausbau der Fahrradstellplätze an öffentlichen Einrichtungen.
  8. Bau von Ladestationen für Fahrradakkus.  
  9. Fahrradverleih in der Tourist- Information.
  10. Stärkere Führung des Radfahrers im Fahrbahnraum.
  11. Erstellen einer Imagekampagne, die Werbung für das Radfahren zur Arbeit und Schule macht.
Die Stadt Bitburg sollte sich zum Ziel setzen, das Radfahren als gesunde und umweltfreundliche Alternative zum Auto zu fördern und den Radverkehrsanteil zu steigern.

Von Joachim Schneider, im November 2016, Bitburg